• Alles beginnt mit der Sehnsucht.

… auf ein Wort – von Volker Muhlack

In der ökumenischen Bibellese werden uns täglich Texte zur Meditation vorgeschlagen. Im Moment ist es das Markus-Evangelium. Über unseren Gemeinde-Email-Verteiler versende ich seit einigen Tagen meine Gedanken zum jeweiligen Textabschnitt. Kurzlebige Gedankensplitter. Ihr könnt sie auch hier mitverfolgen:

Montag, den 6. April, Markus 14,53-65

das Verhör von Jesus vor dem Sanhedrin (Synedrion oder Hohen Rat)

man sucht Zeugenaussagen (V.55), denn das jüdische Recht ist ein Zeugenrecht – das ist gar nicht schlecht, denn man braucht in diesem Fall 2-3 Zeugen (5. Mose 17,6) um Jesus verurteilen zu können

das alles ist gar nicht so einfach (V.56-59) denn viele Zeugen machen falsche Aussagen und die widersprechen sich auch noch; die Absicht des Gremiums – Jesus loswerden durch (römischen) Justizmord – ist zwar klar (und spricht nicht für das Gremium), aber zugleich hält man sich an die jüdische Rechtsprechung und wird Jesus nicht auf Grund von falschen Zeugen schuldig sprechen

jetzt nimmt der Chef die Sache selbst in die Hand, der Hohepriester (V.60) befragt Jesus

  1. Frage an Jesus „was sagst du zu den Zeugenaussagen?“ – sehr geschickt,wenn man schon nicht mit Zeugenaussagen arbeiten kann,dann kann der Verhörte doch selbst mal was sagen – Jesus schweigt (V.60f)
  2. Frage: „bist du der Messias, der Sohn des (wörtlich) Hochgelobten?“- um die Frage richtig zu verstehen, müssen wir wissen, dass vom Hochgelobten die Rede ist,denn der Hohepriester ist doch Jude und so spricht er von Gott

vom Messias erwartet man, dass er wie ein königlich-gesalbter Anführer auftritt und Israel militärisch befreit und als königlicher Messias trägt er natürlich, wie alle Könige vor ihm, den Titel „Sohn des Höchsten“  (Ps.2,7; 2. Samuel 7,14), und jetzt antwortet Jesus (V.62) „ich bin es“

bis jetzt hat er sich nie öffentlich zu seinem Messias-Sein bekannt, aber jetzt, in dieser Lage, wo er nichts mehr machen kann, da sagt er „ich bin es“ – warum? na, jetzt wird deutlich, was für ein ganz anderer Messias er ist!

und Jesus geht noch weiter „ ihr werdet den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und mit den Wolken des Himmels kommen sehen“ – das schlägt dem Fass den Boden aus – was könnte Jesus gemeint haben?

in seiner Antwort klingt Ps.110,1: Gott sagt zum König „setze dich an meine rechte Seite!“ wo soll der König sich da hinsetzen? wo sitzt Gott? und wo sitzt dann der König?

nach biblisch-jüdischer Vorstellung thront Jahweh über der Bundeslade und die stand im Tempel und (rechts) neben dem Tempel steht der Königspalast – für jüdische Ohren liegt also nahe, dass der König sich neben Gott im Königspalast hinsetzen darf, damit würde Jesus klar machen: er ist der königliche Messias – da gehört er hin, als König

doch er befindet sich im Palast des Hohenpriesters, nicht auf einem Thron sitzend, sondern stehend in der Mitte zum Verhör!

und mit dem Menschensohn-Titel beansprucht Jesus auch noch die Würde das Endgericht vornehmen zu dürfen – hammerhart! der, der selbst verhört wird, sagt seinen Richtern, dass er der endzeitliche Richter sei, der im Namen Gottes alle richten wird, auch sie – natürlich!

darauf gibt es nur eine ruhige und wohlüberlegte (jüdische) Reaktion: Zerreißen des Gewandes (2.Kö.18,37) was maßt sich dieser Jesus an – draufhin braucht es keine Zeugen mehr – beleidigend, lästerlich –  und alle sind sich einig: Todesstrafe

natülich hört der christliche Leserkreis (und auch wir) noch mehr, denn die Titel für Jesus sind vertraut, besonders „Sohn Gottes zur Rechten der Kraft“ das klingt nachösterlich schon nach Himmelfahrt – er sitzt im Himmel neben Gott – trechts neben ihm – näher geht nicht – göttlicher geht nicht; und der mit den Wolken kommende Menschensohn, das klingt nach seiner Wiederkunft

ich halte fest:

  • erst als Jesus die Messias-Erwartungen seiner Zeitgenossen nicht mehr erfüllen kann, da sagt er „ich bin es“
  • und damit gehört die Passion, sein Leiden und Sterben zu seinem Messias-Sein
  • er wird nicht mit Gewalt herrschen und die Römer vertreiben, sondern er wird Hingabe und Liebe leben und dafür sterben
  • und damit dann auch die nicht-jüdischen Römer und Germanen für das Reich Gottes zu gewinnen
  • nur über diesen Weg bekomme ich Anteil am jüdischen Messias – nur so wird seine Lebens- und Todesgeschichte zum Evangelium für mich – und euch
  • an diesen leidenden und sterbenden Messias glaube ich – ihm folge ich nach
  • und ihn bekenne ich als den Christus, den Gottessohn (sitzend neben Gott) und den Menschensohn (wiederkommend, zum Gericht)
  • mit ihm will ich diesen Weg der Liebe gehen – auch im Alltag  
  • mit ihm, der selbst gelitten hat, mit ihm – so glaube ich, kann ich die Leiderfahrungen und auch die Unfälle des Lebens (er)tragen

gesegnete Karwoche

Taizé-Gebet

5. April // 19:00 Uhr // Bethanien-Kapelle // Einsingen ab 18:30

Mitarbeitende: Wolf-Rüdiger Groß und Jens Hahn mit Isolde Esser und Elisabeth Franz

… ruhige, einfache, sich wiederholende meditative  Gesänge. Sanfte Musik. Viele Kerzen. Beruhigende Atmosphäre. Christliche Symbole: Kreuz und Ikonen. Ökumenische Weite. Ein Anliegen: sich auf Gott, den Barmherzigen, ausrichten.

Das ist ein Gebetsabend in der Tradition der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé.

Nach den guten Starterfahrungen während der 1. Aufderhöher Gebetsnacht 2017 möchten wir, dass Taizé in Aufderhöhe heimisch wird als ein Ort  zum Beten und Auftanken.

Bibel-Gesprächskreis

9., 23. März // 19:30 // Gemeindehaus

Die ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen schlägt für jeden Tag des Jahres vor einen Bibeltext zu lesen. Wir folgen diesen Empfehlungen und lesen, bedenken, diskutieren montags (nicht am 1. MOnatg eiens Monats) ab 19:30 Uhr den Bibeltext des Tages.

Näheres dazu im aktuellen Gemeindebrief “Forum“.